Category Archives: Ernste Musik für Jazzmusiker

Wo am besten klauen…?

Immer wieder, wenn ich Jazzmusiker dazu befrage (aus reinem Interesse), was für Musik sie so ’neben‘ Jazz und Jazz-Verwandtem hören, dann kommt die Antwort: „Filmmusik“.

Damit ist meistens orchestrale Filmmusik gemeint, vor der Jahrtausendwende. Dies ist als Datum natürlich nicht wirklich ernst zu nehmen, da es sicher auch heute noch großartige Filmmusik gibt. Zunehmend ist jedoch (zumindest in der Kategorie Blockbuster) zu bedauern, daß auch dort am Musikbudget eifrig gekürzt wird und wirklich komplett orchestrierte Musik immer weniger anzutreffen ist.

Zusätzlich macht sich hier auch eine Vereinfachung und Verpoppung breit, die mir gar nicht gefällt (siehe Artikel Hans Zimmer).

Jüngere Filmkomponisten machen sich dem Anschein nach auch weniger Mühe, bei den ‚großen‘ (spätromatischen) Vorbildern der Filmmusik zu klauen. Daher hier nun eine Liste von Komponisten, bei denen es sich lohnen würde – dies ist natürlich ausdrücklich keine Aufforderung zur Verletzung von Urheberrechten, sondern lediglich ein unvollständiger Hinweis auf Inspirationsquellen:

  1. ERICH WOLFGANG KORNGOLD

    Hörbeispiel: Sinfonietta for large Orchestra, Op. 5
    Wikipedia

  2. JOHN IRELAND

    Hörbeispiel: Piano Concerto – These things shall be
    Wikipedia

  3. FREDERICK DELIUS

    Hörbeispiel: Idylle Printemps
    Wikipedia

  4. SAMUEL BARBER

    Hörbeispiel: Cello Concerto, Op.22
    Wikipedia

  5. ARNOLD BAX

    Hörbeispiel: November Woods for Orchestra
    Wikipedia

  6. ALBAN BERG

    Hörbeispiel: Lyrische Suite
    Wikipedia

  7. ARTHUR BLISS

    Hörbeispiel: Metamorphic Variations for Orchestra, Adam Zero, Colour Symphony
    Wikipedia

  8. more to come, soon…

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Klassik, nein Danke?

Liebe Hörer,

es gibt so einige Epochen und Komponisten der klassischen Musik, mit denen ich einfach nichts anfangen kann – ich habe es immer wieder versucht. Schon als 12-jähriger weigerte ich mich im Klavierunterricht strikt, Mozart oder schlimmer, Beethoven zu spielen. Satie, Debussy, Bartok, Bach etc. gingen immer.

Später dann, als Berufmusiker der tagtäglich mit Jazz zu tun hat, wurde klassische Musik für mich zum Systemreiniger. Nämlich zu einer Musik, die für mich im Gegensatz zu Jazz von einem hohen Maß an Detailverliebtheit, Planung, und Emotion aus der Distanz gezeichnet ist. Wenn ich nun zu Hause „aus Spaß“  Musik höre – was selten genug vorkommt – ist es öfter und mehr klassische Musik, als Jazz.

Hier vor allem Renaissance, Barock, (Spät-)Romantik und die Klassiker des 20. Jahrhunderts. ‚Klassik‘, nein Danke. Irgendwie konnte ich dem Mozart’schen Frohsinn, den einfachen Kadenzen, den durchschaubaren Begleitmustern nie etwas abgewinnen. Ja, ja, jetzt werden einige schreien, daß da aber noch viel mehr drinsteckt, und man ja auch das späte Werk beachten muß und so weiter… Mag sein. Zugang dazu habe ich bis heute nicht gefunden.

Doch nun… vielleicht eine Hintertür?

Neulich im Autoradio (Danke, öffentlich rechtliches Radio!) zappte ich mitten in ein Orchesterstück hinein, das sich auf den ersten Blick so anhörte, als handele es sich um Mozart oder Haydn. Ich bin dabei geblieben, weil die Auswahl auf den anderen Sendern mir keine Wahl ließ. Und plötzlich tat sich etwas unerwartetes in der Musik. Es tauchten rhythmische Ideen auf, Akkorde, Melodien, Kniffe, die ich einem Mozart oder Haydn nicht zuordnen konnte. Irgendwie modern, aber irgendwie doch Klassik. Für Beethoven war es zu fröhlich und zu deutsch. Und immer wieder diese frechen harmonischen Ideen, teilweise sogar Anlehnungen an Händel… was konnte das nur sein? Dazu war das ganze wirklich unsagbar gut gespielt, und aufgenommen! Das Orchester hatte so viel Biss, timing, groove, power. Perfekt intoniert, dynamisch, kraftvoll – aber irgendwie mit einer Herangehensweise, die an ein Alte Musik Ensemble erinnert. Wow!

Des Rätsels Lösung: Felix Mendelssohn Bartholdy! Symphonien und Streichersymphonien eingespielt von den Heidelberger Symphonikern unter Thomas Fey. Aufgenommen von Tonstudio van Geest, Eckhard Steiger, Sandhausen.

Mozart on drugs! Ich habe mich zu Hause sofort an den Computer gesetzt und herausgefunden, daß Fey alle Mendelssohn Symphonien mit dieser Heidelberger Band aufgenommen hat. Sofort habe ich mir 4 davon auf CD (Hänssler Classic) bestellt und höre sie nun mit absoluter Freude!

Obwohl Mendelssohn eigentlich zur Romantik gezählt wird, würde ich die Symphonien und Streichersymphonien eher im „romantischen Klassizismus“ ansiedeln. Es klingt schon irgendwie nach Klassik, aber gewürzt mit Einfällen aus der Romantik und aus dem Barock – großartig.

Wer weiß, wenn diese CDs noch lange bei mir laufen, versuche ich es vielleicht auch nochmal mit Mozart!

 

 

  

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Zappa – Ensemble Ambrosius

Zappa’s Musik, gespielt von einem 7-köpfigen Ensemble mit Barockinstrumenten – sehr schön! Keine verkünstelten Adaptionen, sondern gut gemachte Orchestrierungen:

http://www.ensembleambrosius.com/

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English String Miniatures Vol. 1-6 – Naxos

An dieser Stelle möchte ich dem Naxos label und Klaus Heymann persönlich dafür danken, immer wieder Musik zu veröffentlichen, über die man sonst wohl kaum stolpern würde.

Seit meines Studiums in London habe ich es mir zum Hobby gemacht, CDs aller Komponisten zu kaufen, die sich mir in den Weg stellen, deren Namen ich nicht kenne und die subjektiv irgendwie interessant scheinen. Das ist natürlich nur mit Hilfe von Naxos möglich, ansonsten hätte ich jetzt vermutlich noch nicht einmal das Geld übrig, den Computer zu kaufen, vor dem ich gerade sitze: Mein CD-Regal umfaßt inzwischen rund 250 Naxos CDs. Continue reading

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Britten – Piano Concerto in D, Op. 13

Während meines Studiums in England 1995/96 öffnete mir Britten die Eingangstür zu vielen mir damals völlig unbekannten Komponisten. Rund um Benjamin Britten versammeln sich für mich heute nach wie vor viele interessante Komponisten: Darunter finden sich sowohl Zeitgenossen als auch seine Lehrer, Schüler und weitere Komponisten, die wohl nur auf der Insel und bei ein paar „freaks“ auf dem Festland bekannt sein dürften. Im Laufe der Zeit werde ich hier einige davon vorstellen. Continue reading

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Max Reger – Mozart-Variationen

Vor vielen Jahren bin ich mehr oder weniger durch Zufall auf Regers Mozart-Variationen gestoßen und bin seitdem ein eingefleischter Fan. Diese Musik gehört zu den wenigen Werken, die ich immer und immer wieder hören kann. Continue reading

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