Larry Goldings – Awareness

Was soll ich über Larry Goldings sagen? Als ich zum ersten mal sein Trio im New Yorker Iridium gehört habe (1994), wußte ich, daß dies ein bleibendes Erlebnis werden sollte. Selbst bei genauester Überlegung fällt mir eigentlich kein schöneres Konzert ein – es ist seither nie wieder vorgekommen, daß ich das Konzert mit schmerzender Gesichtsmuskulatur verließ, weil ich die ganze Zeit gegrinst hatte.

Schöne Stücke, Swing zum verrückt werden, klare Soli, tolle Melodien, anspruchsvolle Ideen, nie overplayed – eine Art „Vulkan auf Eis“. Eine slow-mo Explosion, bei der man jedes einzelne Teilchen sich vorbeifliegen sieht. Einfach herrlich! Und scheinbar so simpel. Mir fallen keine weiteren Attribute mehr ein, bevor ich mich lächerlich mache…

Von allen Larry Goldings CDs, die ich habe (und das sind fast alle) sticht für mich eine heraus – und das ist ausgerechnet die, auf der er nicht einmal Orgel spielt!

„Awareness“ heißt das Schmuckstück und ist meine allerliebste Klaviertrio-CD, wenn nicht sogar meine allerliebste Jazz-CD. Mit Paul Motian und Larry Grenadier ist Holdings eine Aufnahme gelungen (1997), die mich seit meiner Studienzeit in New York 1999/00 nie mehr verlassen hat. Eine der wenigen Aufnahmen, die bei mir immer und immer wieder laufen – und ich werde nie müde sie zu hören.

Alles daran ist schön, nichts ist aufgesetzt, künstlich, gewollt. Eine Art „Natur-Jazz“ CD. Sie hört sich an, als wäre sie gewachsen, nicht eingespielt worden. Die Kompositionen, die Soli, der Groove, voller Ecken und Kanten, … ich fange schon wieder an.

Diese CD empfehle ich allen Leuten, die schon immer mal wissen wollten, wie toll Jazz klingen kann.

Hier noch ein kurzes Video mit Scofield im Quartett:

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